Mit dem Boot von Battambang nach Siem Reap

Man könnte die Strecke von Battambang nach Siem Reap auch relativ bequem in weniger als 5 Stunden mit den Bus zurücklegen. Aber wer will schon bequem, wenn die Alternative dazu eine Fahrt mit einem kleinen Linienboot über den Sanker River und den Tonle Sap See ist! So ein Linienboot besteht aus Holz, ist geschätzte 8 Meter lang und hat, ähnlich wie ein Bus, zwei Doppelsitzreihen für insgesamt 30 Passagiere. Seitenwände hat es keine, aber ein Dach, um ein wenig vor der Sonne zu schützen. Am Heck ein alter, ziemlich lauter Dieselmotor, der das Gefährt durch die Flusswindungen schieben soll. Unsere Fahrt begann morgens um Sieben zusammen mit 10 weiteren Touristen und nur einer handvoll Einheimischer, so dass genügend Platz für alle war. Von anderen Reiseberichten wusste ich, dass man sich in diesen Booten auf das Dach setzten kann. Gleich nach dem Ablegen bin ich hochgeklettert und einer der schönsten Touren auf dieser Reise begann. 

Wir waren kaum 20 Minuten unterwegs, als das Boot zum erstenmal anlegte und eine schwangere Frau an Bord nahm. Zehn Minuten später stieg eine ältere Frau, mit einem kleinen Mädchen, vermutlich ihrer Nichte, zu und kurz darauf wurde auch noch ein Hausaltar aufs Boot gebracht und auf dem Dach befestigt. Nun begann für den Kapitän und seinen Lotsen der anstrengendste Teil der Reise. Der Fluss Sanker ist im ersten Drittel oft keine sechs Meter breit und windet sich mit zum Teil 180 Grad Schleifen durch die Ebene. Jetzt, in der Trockenzeit, führt der Fluss kaum Wasser, so dass die beiden Schiffsführer ständig die Fahrrinne ausloten und darauf achten mussten, dass das Boot nicht auf Grund lief. Dazu kam, dass es auch noch Gegenverkehr gab. Trotz aller Vorsicht und Professionalität rauschte das Boot in einer engen Kurve dann doch in die Uferböschung und saß fest. Es gab einen ziemlichen Schlag, aber es wurde niemand verletzt und auch die werdende Mama hat alles gut überstanden. Nach wenigen Minuten konnten die Männer mit Hilfe von Stangen das Boot wieder frei bekommen und die Fahrt konnte fortgesetzt werden.

Die weitere Bootsreise verlief dann ohne Zwischenfälle. Wir Touristen konnten uns an der Flusslandschaft, den schwimmenden Dörfern und den anderen Booten überhaupt nicht satt sehen, während für die Einheimischen alles Routine war und sie lieber vor sich hin dösten. Die Fahrt war auch eine gute Gelegenheit, mit den anderen Touristen ins Gespräch zu kommen und Tipps auszutauschen. Nach vier Stunden gab es eine kurze Rast an einem schwimmenden Restaurant, um eine Kleinigkeit zu essen und sich mit Proviant einzudecken. Ich möchte hier nicht dem Teufel Alkohol das Wort reden, aber das Angkor Bier, das ich mir nach dem Ablegen auf dem Dach des Bootes aufmachte, war wahrscheinlich das beste, das ich je getrunken habe. Gegen Ende der Reise mündet der Fluss in den Tonle Sap See und die Landschaft verändert sich noch einmal. Jetzt war kein Ufer mehr zusehen und man hatte fast das Gefühl, auf dem Meer zu schippern. Nach über sieben Stunden kamen wir endlich in Siem Reap an und hatten das Gefühl, den richtigen Auftakt für die Begegnung mit dem mystischen Angkor Wat gewählt zu haben.

Die junge Frau wird von ihrem Mann an Bord gebracht
Schwimmende Dörfer im Sanker River
Eine ziemlich große Reuse
Nicht gut für Schlafwandler
Ziemlich langweilig wenn man die Fahrt schon ein paar Mal gemacht hat
Der benötigte Strom kommt von der Solarzelle auf dem Dach
Der junge Mann holte seinen Großvater vom Boot ab
Sichtlich zufrieden und tiefenentspannt

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